Ein kleiner Überblick über die koreanische Kultur
und die Business Knigge in Korea

Die asiatische Kultur und somit auch Korea ist etwas anders geprägt, als unsere westliche Kultur. Es gibt andere Schwerpunkte im Miteinander und auch die Business-Knigge hat ihre Besonderheiten. Damit auch Sie eine erfolgreiche und langjährige Geschäftsbeziehung mit koreanischen Unternehmen und Geschäftsleuten aufbauen und pflegen können, folgen nun ein paar Besonderheiten, die Sie vor dem ersten Kontakt kennen und beachten sollten. In Korea steht alleine schon durch die Besonderheit der Sprache, die in verschiedene Höflichkeitsformen aufgeteilt werden kann, der Respekt vor dem Alter und dem Status des Gegenübers im Vordergrund. In Korea ist es Gang und Gebe, dass man den anderen nicht mit seinen Namen anspricht, sondern mit dem jeweiligen Titel (z.B. Lehrer Kim, Manager Kim). Respekt vor dem Alter wird durch eine höhere Höflichkeitsform in der Sprache ausgedrückt. Zudem gibt es auch noch andere Gesten (tieferes Verbeugen beim Begrüßen oder Alkohol einschenken), die neben der Sprache diesen Respekt zeigen. Dieser Respekt bedeutet nicht, dass man weniger wert ist oder unterwürfig sein muss. Es ist der Respekt vor der gesamten Gesellschaft, in der jeder ein Teil ist. Koreaner verstehen sich als großes Ganzes. Die Gemeinschaft und nicht der Einzelne stehen im Vordergrund und wenn jeder diese Regeln befolgt, herrscht Harmonie und ein Gemeinschaftsgefüge. Genau dieser Gemeinschaftsaspekt ist unter anderem auch ein Grund dafür, wieso es so schwer ist, als Ausländer in dieser Gruppe einbezogen zu werden. Man muss mit dem jeweiligen Geschäftspartner erst einmal Vertrauen aufbauen und zeigen, dass man die Kultur und die Verantwortung für die Gesellschaft als Ganze versteht. Am Ende ist der Schlüssel für eine gute Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Ihnen und einem koreanischen Unternehmen, die persönliche Beziehung. Haben Sie erst einmal diese Bindung aufgebaut, steht Ihnen einem geschäftlichen Erfolg nichts mehr im Weg.

Erstes Kennenlernen

Bei der ersten Begegnung sollten Sie bitte nicht die Hände wie ein Mönch zusammenfalten und sich verbeugen. Korea ist nicht gleichzusetzten mit einer bestimmten Religion. Dennoch ist es in Korea ein Zeichen der Höflichkeit sich leicht zu verbeugen bzw. den Kopf leicht nach vorne zu kippen. Je älter und je höher der andere in der Gesellschaft steht, desto tiefer hat die Verbeugung zu erfolgen. Auch Korea ist moderner geworden und mittlerweile machen Sie nichts mehr falsch damit, Ihrem gegenüber auch die Hand zu reichen. Dennoch ist es ein Zeichen des Respekts (und vor allem zeigen Sie, dass Sie sich mit der Kultur beschäftigt haben), wenn Sie sich dabei auch leicht verbeugen und Ihr koreanischer Geschäftspartner wird es auch tun.

Visitenkarten

Bei dem Kennenlernen ist der Austausch der Visitenkarten das A und O. Wenn Sie eine Visitenkarte erhalten, dann nehmen Sie diese mit beiden Händen an und stecken Sie sie bitte nicht sofort einfach in Ihre Jackentasche. Werfen Sie einen interessierten Blick auf die Karte und sobald Sie sich setzten, legen Sie die Karte vor sich hin. Überreichen Sie auch Ihre Visitenkarte mit beiden Händen, indem Sie dabei sich auch wieder gerne ein wenig verbeugen können.

Gastgeschenk

Ein kleines Gastgeschenk aus der Heimat ist immer sehr willkommen. In Korea ist es zudem auch üblich Obstkörbe, Alkohol, deutsche Markenware oder gute Schokolade zu verschenken. Sie müssen kein extrem teures Geschenk mitbringen (zudem fühlen sich Koreaner dann verpflichtet, gleiches zu tun) – aber eine kleine Aufmerksamkeit, gerade etwas typisches aus Deutschland, ist gern gesehen.

Alkohol und Essenskultur:

Der größte Teil, um Ihre Beziehung zu koreanischen Geschäftspartner auszubauen und zu stärken, findet in Bars und Restaurants statt. Dabei werden Sie schnell merken, dass Ihre koreanischen Geschäftspartner mit Ihnen die Abende gerne in die Länge ziehen. Es ist üblich ausgiebig gemeinsam zu essen und auch zu trinken. Soju wird Ihr bester Freund für diese Zeit werden. Es ist leider so, dass Sie durch das Mittrinken definitiv mehr punkten werden und das eine oder andere Glas nicht ablehnen sollten. Es kann auch sein, dass Sie nach dem Restaurantbesuch noch weiter in eine Karaoke Bar ziehen und dort noch etwas Spaß haben werden. Beim Essen gibt es ein zwei Dinge, auf die Sie vielleicht achten sollten.

1. Stecken Sie niemals die Stäbchen in den Reis. Legen Sie diese einfach neben die Schüssel.

2. Schmatzen und Schlürfen ist erlaubt und zeugt davon, dass es Ihnen schmeckt. (das heißt aber nicht, dass Sie es tun müssen)

3. Kein Naseputzen. Sollte Ihre Nase von dem scharfen Essen laufen, dass gehen Sie einfach kurz auf die Toilette.

4. Der Älteste bzw. der Ranghöchste darf den ersten Bissen nehmen. Auch hier zeigt sich wieder der Respekt, der sich durch die koreanische Kultur zieht. Warten Sie also am besten, bis Sie mit dem Essen starten.

5. Alkohol einschenken: Möchten Sie besondere Respekt zeigen, dann schenken Sie mit beiden Händen Ihrem Geschäftspartner ein neues Glas Soju (koreanischer Schnaps) ein.

Koreanische Namen:

Wie oben schon erwähnt, sprechen sich Koreaner untereinander oft gar nicht mit dem richtigen Namen an. Meist spricht man sein gegenüber mit dem jeweiligen Titel oder dem Titel plus Nachnamen an. Zum Beispiel Manager Kim. In Korea schreibt man erst den Vornamen und dann den Nachnamen. Sehen Sie also auf der Visitenkarte des Managers z.B. den Namen Kim Doyeon, dann ist „Kim“ der Nachname und „Doyeon“ der Vorname. Sie können somit Herrn Kim mit: – Mr Kim – Manager Kim ansprechen. Spricht Ihr Geschäftspartner Deutsch, dann machen Sie mit Herr Kim aber nichts falsch.

Dresscode

Koreaner kleiden sich nicht nur im Alltag sehr gepflegt. Sie sollten zu Geschäftsmeetings oder Verhandlungen stets in einem Anzug, gerne in dunkleren Tönen, und einer weiße Bluse plus Krawatte erscheinen. Frauen sollten zudem sich dezent schminken und ihre Outfit in den Farben dezent und klassisch halten.

Zwischen den Zeilen lesen:

Leider werden Sie bei Koreanern nicht immer klare Worte erhalten. Sie werden erleben, dass sich Koreaner gerne um ein Ja oder Nein herumreden. Wieso? Auch hier spielt der gesellschaftliche Aspekt und das „Denken an das Gegenüber“ eine Rolle. Ein Nein bedeutet schlechte Gefühle und eine Ablehnung. Die möchte niemand gerne erfahren und deshalb wird Sie auch Ihnen gegenüber selten ausgesprochen. Man möchte nicht die Harmonie stören und somit lieber auf eine andere Art und Weise vermitteln, dass eine Partnerschaft oder eine weitere Zusammenarbeit wohl nicht in Frage kommt. Deshalb lesen Sie zwischen den Zeilen. Ein Ja bedeutet auch nicht ein „direktes Ja“ – sondern oft nur, dass das Gesagte gehört wurde. Am Ende heißt es für Sie: verlassen Sie sich nicht immer direkt darauf, dass alles sicher ist.

Nach den ersten Kontakten:

Wenn Sie bereits ein Abschluss in der Tasche haben, wieder in Verhandlungen treten oder ähnliches, ist es sehr wichtig, die Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Melden Sie sich gerne zwischendurch per Telefon oder Email. Besuchen Sie definitiv Ihre Geschäftspartner, wenn Sie in Korea sind. Laden Sie sich auch gerne mal zu sich nach Deutschland ein und unternehmen etwas Ländertypisches.